R.i.P. Diskette
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Einigen von euch wird die Diskette kein Begriff mehr sein, aber die meisten kennen sie noch. Nur noch in Japan oder Indien beliebt, wo 2009 noch 12 Mio. Stück verkauft wurden, verschwindet sie bei uns immer mehr. Nun wird die Produktion komplett eingestellt. “Aufgrund der sinkenden Nachfrage, hat Sony die europäische Produktion von 3,5-Zoll-Disketten im September 2009 eingestellt. Der letzte europäische Verkauf einer Diskette fand im März 2010 statt.” so ein Sony-Sprecher. Schön waren die Zeiten, als man für 1,4 MB noch 4 Disketten brauchte. Für alle, die nicht wissen, wovon hier die Rede ist, eine kleine Geschichtsstunde:
Die erste Diskette (200 mm, 8 Zoll) mit dem dazu gehörenden Laufwerk wurde von IBM 1969 für die Computerserie System/370 auf den Markt gebracht; dieses Laufwerk konnte Disketten aber nur lesen und nicht beschreiben und diente daher nur dazu, den Benutzern neue Versionen der IBM-Systemsoftware preiswerter zukommen zu lassen. Für die tägliche Arbeit blieben zunächst die teuren und platzraubenden Lochkarten, Lochstreifen und Magnetbänder üblich. Die Erfindung der Diskette wird allgemein Alan Shugart zugeschrieben. Die Kapazität der ersten Diskette war ca. 80 KB, was 1000 Lochkarten entsprach, einer damals üblichen Verkaufseinheit.
1972 brachte die Firma Memorex das erste Diskettenlaufwerk mit Schreibfähigkeit auf den Markt, wieder entwickelt von Shugart; damit begann die allmähliche Ablösung der Lochkarten, Lochstreifen und Magnetbänder. Shugart gründete 1973 seine eigene Firma (Shugart Associates) und entwickelte 1976 die 5,25″-Diskette. 1978 stellte TEAC das erste 5,25″-Diskettenlaufwerk der Welt vor; für die damals neuen Mikrocomputer wird das neue Format sofort aufgegriffen, für Großrechner erst etwas später. 1981 stellt Sony die 90-mm-(3,5″)-Diskette im starren Gehäuse vor, mit zunächst 720 KB (9 Sektoren), später 1440 KB (18 Sektoren).
Viele andere Systeme verwendeten dieselben Disketten, jedoch mit unterschiedlichen Aufzeichnungsformaten und/oder Dateisystemen. So fasst etwa eine mit FFS formatierte 3,5″-HD-Diskette eines Amiga-Rechners 1,76 MB, gewöhnlich wurden dort aber 3,5″-DD-Disketten verwendet, die mit ca. 880 KB formatiert waren. Später erscheinen noch so genannte ED-Disketten mit 2880 KB (36 Sektoren). Letztere fanden vor allem bei Computern von NeXT und den IBM PS/2s Verwendung, erreichten darüber hinaus aber kaum Verbreitung. Die „1,44-MB“-Diskette blieb die 1990er hindurch der übliche Standard. Sie wurde zum Ende des Jahrzehnts zusehends in den Hintergrund gedrängt, weil die Datenmengen immer größer wurden und keine offenen Standards für Disketten größerer Kapazität entwickelt wurden. Software wurde häufig auf gepressten CDs verkauft. Bis CD-Brenner bezahlbar wurden und der Datenaustausch über das Internet sich verbreitet hat, hatten Produkte einzelner Hersteller eine gewisse Verbreitung, insbesondere das Zip-Laufwerk, aber auch die SuperDisk.
Spätestens seitdem sich Flashspeicher preisgünstig geworden sind und die meisten Computer zumindest USB-Sticks problemlos lesen und beschreiben können, hat die Diskette praktisch keine Marktbedeutung und Anwendungen mehr.
R.i.P. Floppy Disc, wir werden dich vermissen!
Quellen: wikipedia; mashable, pixelio
Tags: diskette, floppy disc, markt
Am 4. Mai 2010 um 18:22 Uhr
Organisieren wir doch ne Lichterkette .. damit man einen “Floppy Disc Welttag” einrichtet
Am 5. Mai 2010 um 14:06 Uhr
@IndianSummer: Lustige Idee
Am 5. Mai 2010 um 16:29 Uhr
[...] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Jappy Blog erwähnt. Jappy Blog sagte: New Blog Post -R.i.P. Diskette- on Jappy Blog you can find it here http://bit.ly/cZ3Xd9 [...]
Am 6. Mai 2010 um 13:16 Uhr
Die Diskette ist nicht tot! Verbatim wird sie weiter produzieren….
da es noch genug Absatz gibt…
http://www.golem.de/showhigh2.php?file=/1004/74829.html&wort=diskette
Es lebe die Diskette!!!!
nur nicht mehr in meinem Rechner, gehen wir bald in den Zoo… um die letzten Disketten uns anzuschauen *g*