Von einem, der auszog das Fürchten zu lernen…

Günter Havlena / Pixelio.de

Wir können uns vor einer ganzen Menge fürchten: Da gibt es die Angst vor Spinnen (Arachnophobie), die Angst vor der Farbe (Chromophie), Angst vor dem Mond (Selenophobie) … Es scheint so, als müsste für alles Erdenkliche auf dieser Welt eine Angst (Phobie) zu entwickeln sein.

Auch durch den Einzug von immer mehr Technik in unseren Alltag, zeigen sich zwangsläufig die dazugehörigen Neurosen in der Gesellschaft. Eine aktuelle Studie aus Großbritannien hat festgestellt, dass immerhin 77 Prozent der untersuchten Briten im Alter von 18 bis 24 Jahren an der sogenannten Nomophobie („No Mobile Phone – Phobia“) leiden. Also Menschen, die Panik haben, wenn sie ihr Telefon nicht bei sich haben bzw. keine Netzverbindung haben.

Doch wovor haben wir eigentlich so viel Angst? Und hat das letzten Endes vielleicht sogar einen Sinn? Als ich mir diese Fragen gestellt habe, habe ich mich an das Märchen „Von einem der auszog, das Fürchten zu lernen“ erinnert. Ein junger Mann kann sich nicht fürchten und wünscht sich daher nichts sehnlicher als sich endlich zu gruseln. Er zieht in die Welt und besucht die furchterregendsten Orte, doch nicht einmal die Nacht in einem Spukschloss kann ihm helfen. Durch seine mutigen Taten verdient er sich schließlich die Hand der Prinzessin. Doch fürchten kann er sich noch immer nicht und mit der Zeit wird er immer trauriger. Bis ihm seine Frau eines Tages im Schlaf einen Krug Wasser mit kleinen Fischen über den Kopf schüttet. Er wacht erschrocken auf und gruselt sich. Von da an lebten sie glücklich bis ans Ende ihrer Tage.

Mir hat die Geschichte immer gesagt: Damit der Held in der Geschichte überhaupt mutig sein kann, muss er sich im Umkehrschluss auch fürchten können. Das ist der eigentliche Antrieb. Immer neue Phobien bedeuten also nicht zwangsläufig, dass wir immer ängstlicher werden, sondern es entstehen sogar mehr Chancen, tapfer zu sein. Wenn das nächste Mal Panik aufsteigt, weil man das Handy zu Hause vergessen hat oder kein Netz verfügbar ist, kann man sich fragen, was im schlimmsten Fall passieren könnte. Von der für uns nachvollziehbaren Tragik abgesehen, dass man nicht mobil bei Jappy sein kann ;), sind SMS, E-Mails und verpasste Anrufe wohlbehalten im Telefon gespeichert; und im Notfall kann man sogar so mutig sein, einen Fremden zu bitten, sich das Telefon für einen Anruf zu leihen.

Was meint ihr dazu? Habt ihr schon einmal Nomophobie erlebt?

Mehr über die Studie zu Nomophobie:
cnet.com

 

2 Reaktionen zu “Von einem, der auszog das Fürchten zu lernen…”

  1. Gabriel

    ich verstehe zwar als einfacher glücklicher Jappy User nicht was da mir jetzt gesagt werden sollte,aber irgendwie liesst es sich ja sehr wichtig was da mir, und der glücklichen Jappy Gemeindschaft mittgeteilt wurde.

  2. GB Pics

    Also ich habe keine NomoPhobie 🙂 Habe eher davor Angst manchmal mein E-Mail Postfach zu kontrollieren, weil ja eine schlechte Nachricht dabei sein könnte. Gibt es auch eine Computer phobie, so dass man den PC oder das Notebook immer dabei haben muss. Das könnte ich vielleicht auch haben 🙂

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